In muslimischen Ländern wird vorausgesetzt, dass alles, was Verbraucher kaufen, halal ist. Im Zweifelsfall klärt zudem ein Gelehrter (Âlim) schnell, ob das zweifelhafte Produkt halal oder haram ist. In nicht muslimischen Ländern setzt man umgekehrt voraus, dass Produkte nicht halal sind. Ausgenommen sind die Angebote muslimischer Geschäfte. Diese gelten als halal.
Angesichts der immer globaleren Industrie ist dies so aber nicht mehr richtig. Selbst in muslimischen Ländern werden längst Produkte aller namhafter Markenhersteller weltweit angeboten. Ganz zu schweigen von den muslimischen Herstellern und Geschäften in nicht muslimischen Ländern. Diese beziehen ihre Rohstoffe und Waren zum großen Teil von nicht muslimischen Herstellern. Für die Verbraucher stellt sich also mehr denn je die entscheidende Frage nach halal oder haram.
Die Antwort darauf geben Zertifikate, die unter Einhaltung bestimmter Bedingungen der gesamten Produktionskette bescheinigen, den Vorgaben des Korans und der Sharia zu entsprechen.
Für Exporte in muslimische Zielmärkte sind solche Halal-Zertifikate Grundvoraussetzung. Die Zertifizierung erfolgt dabei meist nach den Vorgaben der international führenden und etablierten Zertifizierungsstellen in Malaysia (Jakim), Indonesien (MUI), Singapur (MUIS) oder den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Produkte im heimischen Markt würden bezüglich der Verbraucherentscheidung "halal" oder "haram" von einer Halalzertifizierung nach einheitlichen Kriterien und unter Berücksichtigung der verschiedenen Auffassungen der unterschiedlichen islamischen Rechtsschulen profitieren.
Dieser Tatsache sind Gelehrte und Vertreter unterschiedlicher muslimischer Organisationen und der verschiedenen Rechtsschulen mit der gemeinsamen Entwicklung und Umsetzung des Qibla Food Control Standards gefolgt.
Im April 2011 haben sich die muslimischen Gelehrten, die den Qibla Food Control Standard begleiten, zu einem übergeordneten und unabhängigen Kontroll- und Verwaltungsgremium, dem Qibla Council, zusammen geschlossen.
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